Menschen mit Behinderungen werden in Corona-Krise vergessen



„Menschen mit Behinderungen werden in der Corona-Krise schlicht vergessen. Das ist unerträglich“, so Jens Beeck, teilhabepolitischer Sprecher der Freien Demokraten im Deutschen Bundestag.

„Die wichtigen Maßnahmen zur Eindämmung des Virus treffen vor allem Menschen mit Behinderungen und ihre Familien besonders schwer. Ich appelliere daher an die zuständigen Ministerien, im Sinne der vielen Betroffenen endlich Sicherheit zu schaffen“, so der FDP-Sozialpolitiker.


Noch immer sind viele Fragen in Bezug auf Menschen mit Behinderungen aller Altersklassen ungeklärt. Konkrete Probleme sind die fehlende Betreuung für Kinder über zwölf Jahren, fehlende Rettungsmaßnahmen für sozialpädiatrische Zentren für Kinder und Jugendliche, ausbleibende Hilfen für medizinische Behandlungszentren für Erwachsene mit geistiger Behinderung, der schwere Zugang zu Hilfen für Inklusionsunternehmen und unzureichende staatliche Hilfen für Werkstätten. Beeck: „Die aktuelle Situation ist nicht hinnehmbar.“


So zwingt die fehlende Betreuung von Kindern über zwölf Jahren viele Familien dazu, ihre Arbeit vollständig aufzugeben, ohne hierfür entschädigt zu werden. Darüber hinaus fallen medizinische Behandlungszentren für Erwachsene mit geistiger Behinderung und sozialpädiatrische Zentren für Kinder und Jugendliche derzeit nicht unter den Sozialschutzschirm. Zudem haben Inklusionsunternehmen aufgrund ihrer Gesellschafterstruktur noch immer Probleme beim Zugang zu staatlichen Hilfen. Des Weiteren ist unklar, ob die zugesicherte Erstattung von 75 Prozent der Kosten für Werkstätten ausreichen wird. Hinzu kommt, dass Werkstattbeschäftigte kein Kurzarbeitergeld beantragen können.


„Die Stärke einer inklusiven Gesellschaft muss sich auch und gerade in Krisenzeiten beweisen, wir dürfen niemanden vergessen“, so Beeck abschließend.