Bundesregierung entzieht sich ihrer Verpflichtung

An den Umbau-Plänen der Deutschen Bahn für den Bahnhof Gliesmarode in Braunschweig mehrt sich die Kritik. Auf Widerstand stößt insbesondere die künftige Ausgestaltung des barrierefreien Zugangs. Dieser soll nach Vorstellungen der Deutschen Bahn durch eine 100 Meter lange Rampe sichergestellt werden.



„Wie mobilitätseingeschränkte Menschen über eine derart lange Rampe ohne fremde Hilfe überhaupt zu den Bahnsteigen gelangen sollen, erschließt sich mir nicht. Der Einbau von Aufzügen am Bahnhof Gliesmarode ist dringend notwendig“, so Jens Beeck, niedersächsischer Bundestagsabgeordneter und teilhabepolitischer Sprecher der FDP-Bundestagsfraktion.


Beeck wandte sich mit dem Anliegen, dass auch von der Braunschweiger Politik sowie dem Behindertenrat geteilt wird, direkt an die Bundesregierung. Die Antwort liegt nun vor.

„Wieder einmal entzieht sich die Bundesregierung ihrer Verpflichtung, die sie mit der Ratifizierung der UN-Behindertenrechtskonvention vor zehn Jahren eingegangen ist. Sie muss endlich die richtigen Regelungen schaffen, damit Barrierefreiheit für die Betroffenen vor Ort endlich selbstverständlich wird. Stattdessen aber scheint sich allen voran Staatssekretär Enak Ferlemann nicht für einen inklusiven Nah- und Fernverkehr zu interessieren“, so der Niedersachse.


Erfragt hatte Beeck auch, wie die Bahn den gefahrlosen Zugang vor dem Hintergrund der wahrscheinlichen Nutzung durch Radfahrer sicherstellen will.


„Die Antwort der Bundesregierung ist an Hohn kaum zu überbieten. Der Verweis auf das Radfahrverbot in der Hausordnung der Bahn zeigt, dass die Verantwortlichen rund um Staatssekretär Ferlemann keine Vorstellung von der Lebenswirklichkeit von Menschen mit Behinderungen haben“, so der FDP-Sozialpolitiker.